In Chur fehlen bezahlbare Wohnungen. Die Mieten sind in den letzten Jahren stark gestiegen, der Mittelstand wird aus Chur verdrängt. Dem will die Initiative für bezahlbare Wohnungen entgegenwirken. Künftig soll mindestens ein Drittel der neu gebauten Wohnungen in Kostenmiete vermietet werden – also deutlich günstiger als Marktmieten. Die Initiative lässt sich problemlos auf städtischem Boden umsetzen, ohne private Eigentümerinnen und Eigentümer einzuschränken.

Ja zur Initiative für bezahlbare Wohnungen
Verfassung der Stadt Chur (vom 5. Juni 2005)
Art. 4 g) Preisgünstiger Wohnraum
Art 4a (neu)
1 Die Stadt setzt sich aktiv für den Schutz, die Erhaltung und die Erhöhung des Anteils von preisgünstigen und qualitativ wertigen Wohnungen ein.
2 Sie sorgt für eine stete Erhöhung der Anzahl Wohnungen, die dauerhaft nach dem Prinzip der Kostenmiete vermietet werden.
Übergangsbestimmungen zu Art. 4a:
Art. 58 (neu)
1 Die Stadt nimmt innert zwei Jahren nach Annahme der Initiative durch das Stimmvolk die gesetzlich notwendigen Anpassungen vor, damit als Mindestmassnahme ein Drittel der jährlich neu erstellten Wohnfläche auf Gemeindegebiet dauernd in Kostenmiete vermietet wird.
2 Der Stadtrat erstattet dem Gemeinderat alle zwei Jahre Bericht über das Erreichen der in Art. 4a genannten Ziele sowie über die getroffenen Massnahmen.

Mangel an bezahlbaren Wohnungen
In Chur herrscht Wohnungsnot. Genauer: Not an bezahlbaren Wohnungen. Das Problem ist nämlich, dass in Chur vor allem teure Wohnungen gebaut werden. Wohnungen für die Mittelschicht sind verschwunden, solche für die Oberschicht sind hinzugekommen. Die Mietpreise von Neubau-Wohnungen sind in Chur zudem überdurchschnittlich gestiegen: In den letzten fünf Jahren haben die Neubau-Mieten gesamtschweizerisch um 8% zugenommen, in Chur um 15%!
Es braucht mehr Wohnungen in Kostenmiete
Unsere Initiative will dieser Entwicklung von immer teureren Mieten entgegenwirken. Sie fordert, dass sich die Stadt aktiv für den Schutz, die Erhaltung und die Erhöhung des Anteils von preisgünstigen und qualitativ wertigen Wohnungen einsetzt. Insbesondere soll die Anzahl der Wohnungen, die nach dem Prinzip der Kostenmiete vermietet werden, steigen. Die Kostenmiete deckt nur die effektiven Kosten der Vermietenden – deshalb kommen die Mieten so deutlich unter den zu hohen Marktmieten zu liegen.

Gut umsetzbar ohne Kosten
Unsere Initiative fordert, dass künftig mindestens ein Drittel der Wohnungen, die insgesamt neu entstehen in der Stadt, in der Kostenmiete vermietet werden. Der Stadtrat hat in seiner Botschaft aufgezeigt, dass diese bezahlbaren Wohnungen gut auf städtischen Grundstücken gebaut werden können – indem die Stadt die Baurechte entsprechend vergibt. Das heisst, sie stellt das Land langfristig Genossenschaften und allen weiteren Bauträgerschaften, die sich der Kostenmiete verpflichten möchten, zur Verfügung. Das Gute daran: Es kostet die Stadt nichts. Im Gegenteil, sie erhält sogar Einnahmen dafür in Form von Baurechtszinsen.
Keine Einschränkungen für Private
Die Stadt hat genügend Landreserven, die sie im Baurecht vergeben kann. Die Initiative lässt sich gemäss Stadtrat problemlos auf städtischem Boden umsetzen, ohne Einschränkungen für private Grundeigentümer und Grundeigentümerinnen. Das Initiativkomitee teilt diese Einschätzung voll und ganz. Wir haben deshalb sogar angeboten, den Ausschluss von Privaten in einen kompromissfähigen Gegenvorschlag aufzunehmen. Und es ist klar: Jeder Eingriff in das private Grundeigentum bräuchte eine vom Gemeinderat verabschiedete und vom Volk bestätigte Gesetzesgrundlage.
Wirkungsloser und bürokratischer Gegenvorschlag
Der vorliegende Gegenvorschlag ist nun leider wirkungslos, bürokratisch und profitorientiert. Mit dem Gegenvorschlag wird die Stadt zu keinem einzigen Wohnungsbau verpflichtet. Und er verkompliziert die Wohnungssuche für alle, die nicht schon seit fünf Jahren in Chur wohnen. Für die Vermietenden ist er zu bürokratisch und die Stadt selber wird zu unnötigen Berichten gezwungen. Zu stark gibt er städtisches Land dem Profitdenken preis. Deshalb empfehlen wir überzeugt ein Ja zur Initiative für bezahlbare Wohnungen und ein Nein zum unwirksamen Gegenvorschlag des Gemeinderats.





















Danke, dass du dein Umfeld auf unsere Initiative aufmerksam machst!