Ja zur Initiative für bezahlbare Wohnungen

am 29. November 2026

In Chur fehlen bezahlbare Wohnungen. Die Mieten sind in den letzten Jahren stark gestiegen, der Mittelstand wird aus Chur verdrängt. Dem will die Initiative für bezahlbare Wohnungen entgegenwirken. Künftig soll mindestens ein Drittel der neu gebauten Wohnungen in Kostenmiete vermietet werden – also deutlich günstiger als Marktmieten. Die Initiative lässt sich problemlos auf städtischem Boden umsetzen, ohne private Eigentümerinnen und Eigentümer einzuschränken.

Initiative im Wortlaut

Verfassung der Stadt Chur (vom 5. Juni 2005)

Art. 4 g) Preisgünstiger Wohnraum
Art 4a (neu)
1 Die Stadt setzt sich aktiv für den Schutz, die Erhaltung und die Erhöhung des Anteils von preisgünstigen und qualitativ wertigen Wohnungen ein.
2 Sie sorgt für eine stete Erhöhung der Anzahl Wohnungen, die dauerhaft nach dem Prinzip der Kostenmiete vermietet werden.


Übergangsbestimmungen zu Art. 4a:
Art. 58 (neu)
1 Die Stadt nimmt innert zwei Jahren nach Annahme der Initiative durch das Stimmvolk die gesetzlich notwendigen Anpassungen vor, damit als Mindestmassnahme ein Drittel der jährlich neu erstellten Wohnfläche auf Gemeindegebiet dauernd in Kostenmiete vermietet wird.
2 Der Stadtrat erstattet dem Gemeinderat alle zwei Jahre Bericht über das Erreichen der in Art. 4a genannten Ziele sowie über die getroffenen Massnahmen.

Mangel an bezahlbaren Wohnungen

In Chur herrscht Wohnungsnot. Genauer: Not an bezahlbaren Wohnungen. Das Problem ist nämlich, dass in Chur vor allem teure Wohnungen gebaut werden. Wohnungen für die Mittelschicht sind verschwunden, solche für die Oberschicht sind hinzugekommen. Die Mietpreise von Neubau-Wohnungen sind in Chur zudem überdurchschnittlich gestiegen: In den letzten fünf Jahren haben die Neubau-Mieten gesamtschweizerisch um 8% zugenommen, in Chur um 15%!

Es braucht mehr Wohnungen in Kostenmiete
Unsere Initiative will dieser Entwicklung von immer teureren Mieten entgegenwirken. Sie fordert, dass sich die Stadt aktiv für den Schutz, die Erhaltung und die Erhöhung des Anteils von preisgünstigen und qualitativ wertigen Wohnungen einsetzt. Insbesondere soll die Anzahl der Wohnungen, die nach dem Prinzip der Kostenmiete vermietet werden, steigen. Die Kostenmiete deckt nur die effektiven Kosten der Vermietenden – deshalb kommen die Mieten so deutlich unter den zu hohen Marktmieten zu liegen.

Gut umsetzbar ohne Kosten

Unsere Initiative fordert, dass künftig mindestens ein Drittel der Wohnungen, die insgesamt neu entstehen in der Stadt, in der Kostenmiete vermietet werden. Der Stadtrat hat in seiner Botschaft aufgezeigt, dass diese bezahlbaren Wohnungen gut auf städtischen Grundstücken gebaut werden können – indem die Stadt die Baurechte entsprechend vergibt. Das heisst, sie stellt das Land langfristig Genossenschaften und allen weiteren Bauträgerschaften, die sich der Kostenmiete verpflichten möchten, zur Verfügung. Das Gute daran: Es kostet die Stadt nichts. Im Gegenteil, sie erhält sogar Einnahmen dafür in Form von Baurechtszinsen.

Keine Einschränkungen für Private
Die Stadt hat genügend Landreserven, die sie im Baurecht vergeben kann. Die Initiative lässt sich gemäss Stadtrat problemlos auf städtischem Boden umsetzen, ohne Einschränkungen für private Grundeigentümer und Grundeigentümerinnen. Das Initiativkomitee teilt diese Einschätzung voll und ganz. Wir haben deshalb sogar angeboten, den Ausschluss von Privaten in einen kompromissfähigen Gegenvorschlag aufzunehmen. Und es ist klar: Jeder Eingriff in das private Grundeigentum bräuchte eine vom Gemeinderat verabschiedete und vom Volk bestätigte Gesetzesgrundlage.

Wirkungsloser und bürokratischer Gegenvorschlag
Der vorliegende Gegenvorschlag ist nun leider wirkungslos, bürokratisch und profitorientiert. Mit dem Gegenvorschlag wird die Stadt zu keinem einzigen Wohnungsbau verpflichtet. Und er verkompliziert die Wohnungssuche für alle, die nicht schon seit fünf Jahren in Chur wohnen. Für die Vermietenden ist er zu bürokratisch und die Stadt selber wird zu unnötigen Berichten gezwungen. Zu stark gibt er städtisches Land dem Profitdenken preis. Deshalb empfehlen wir überzeugt ein Ja zur Initiative für bezahlbare Wohnungen und ein Nein zum unwirksamen Gegenvorschlag des Gemeinderats.

Überparteiliches Komitee für bezahlbare Wohnungen Chur

Die Initiative wird unterstützt von: Sozialdemokratische Partei Chur; Mieterinnen- und Mieterverband Graubünden; Freie Liste & Grüne Chur; Grünliberale Partei Chur; IG lebendige Wohn- & Stadträume; Netzwerk Chur mitgestalten; Wohnbaugenossenschaft bainviver – chur; Wohnbaugenossenschaften Schweiz, Regionalverband Ostschweiz; Wohnbaugenossenschaft Bundespersonal Chur; Wohngenossenschaft «Stickerei Neubach», Chur; Wohnbaugenossenschaft Am Salvatorenturm, Chur

Wir sagen JA zur Initiative für bezahlbare Wohnungen

Barbara Rimml, Gemeinderätin SP

«Wohnungen in Kostenmiete sind rund 20 Prozent günstiger als Marktmieten. Es braucht mehr davon! Ja zur Initiative für bezahlbare Wohnungen.»

Christian Eggenberger, Präsident Wohngenossenschaft Stickerei Neubach

«Als Genossenschaftspräsident und Vater von drei erwachsenen Kindern sehe ich: Bezahlbarer Wohnraum wird immer wichtiger. Darum unterstütze ich die Initiative «Ffür bezahlbare Wohnungen» in Chur.»

Conradin Clavuot, Architekt

«Ich unterstütze die Initiative, weil, wie ich bei der Planung und Umsetzung der Planaterra 11 in Chur erfahren habe, ist es nicht schwierig, Wohnangebote in Kostenmiete zu erstellen. Man muss nur den üblichen Gedanken an die Gewinnmaximierung etwas in den Hintergrund schieben.»

Corinna Menn, Architektin

«Bezahlbarer Wohnraum, hochwertige Baukultur und architektonische Innovation gehören zusammen. Kostenmiete auf städtischem Boden schützt Churs baukulturelle Identität, stoppt die Verdrängung und sichert die Lebensqualität einer durchmischten Gesellschaft.»

Cornelia Bischoff, Genossenschaft bainviver

«Genossenschaften schaffen Wohnraum mit echtem Mehrwert. Die Initiative hilft uns dabei.»

Elisabeth Blumer, Wohnbaugenossenschaft Tegula

«Wohnen ist ein Grundbedürfnis und kein Luxus. Als Präsidentin der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft Tegula sage ich überzeugt Ja zur Initiative. Denn bezahlbarer Wohnraum soll für alle möglich sein.»

Flurin Caviezel, Kabarettist

«Damit nicht der gesamte Lohn für die Miete aufgebraucht werden muss und wohnen für alle möglich wird, ja zur Initiative und ein Nein zum Gegenvorschlag.»

Heidi Derungs-Brücker, Bewohnerin Genossenschaft bainviver

«Dank der Genossenschaft bainviver – chur konnte ich in eine altersgerechte Wohnung im Planaterra 11 (Kostenmiete) wechseln und einer jungen Familie das Einfamilienhaus übergeben. Die Annahme der Initiative würde solche Wechsel begünstigen.»

Jürg Conzett, Bauingenieur

«Ich unterstütze die Initiative für bezahlbaren Wohnraum in Chur. Günstige Mieten verbessern die Lage von Menschen mit geringen und mittlerem Einkommen und tragen zu einer sozial durchmischten und lebendigen Stadt bei.»

Lia Capelli, Coiffeuse

«Mit einem durchschnittlichen Einkommen ist der Churer Wohnungsmarkt kaum noch bezahlbar. Darum stimme für die Initiative, damit Menschen, die das tägliche Leben in Chur am Laufen halten, hier auch leben können.»

Ludmila Seifert, Kunsthistorikerin

«Endlich eine Lösung gegen die Wohnungsnot in Chur! Die Initiative sichert bezahlbaren Wohnraum ohne Profitdenken auf städtischem Boden – fair für den Mittelstand und absolut machbar. Darum: ja zur Initiative und nein zum Gegenvorschlag»

Martina Nett Schatz, Gemeinderätin FLG

«Eine bezahlbare Mietwohnung in Chur zu finden, sollte kein Glücksfall sein.»

Orlando Beer, Student

«Während meines Studiums konnte ich preiswert in einer Genossenschaft wohnen. Ich finde es wichtig, dass mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht und diese Möglichkeit künftig allen in Chur offensteht.»

Pablo Horváth, Architekt

«Ein angemessenes Angebot an preisgünstigem Wohnraum steigert die Attraktivität der Stadt.»

Raffael Jakob, Geschäftsführer Wohnbaugenossenschaften Ostschweiz

«Chur braucht nicht einfach mehr, sondern mehr bezahlbaren Wohnraum. Das funktioniert mit Spekulationsentzug und Kostenmiete. Darum JA zu mehr gemeinnützigem Wohnungsbau. JA zur Initiative.»

Roger von Moos, Arzt, Grossrat GLP

«Als Arzt am Kantonsspital weiss ich: Chur braucht Fachkräfte. Bezahlbarer Wohnraum ist zentral, um für sie attraktiv zu bleiben. Darum unterstütze ich die Initiative.»

Serge Borgmann, Möbelmacher

«Bezahlbarer Wohnraum und hochwertige Baukultur gehören zusammen. Kostenmiete auf städtischem Boden schützt Churs Identität, stoppt die Verdrängung und sichert die Lebensqualität für alle.»

Ursina Gianotti, Künstlerin

«Ich lebe mitten in der Stadt Chur in einem Haus mit 12 Wohnungen. Vor rund 25 Jahren haben wir eine Genossenschaft gegründet. Seither kümmern wir uns gemeinsam, demokratisch, mit Sorgfalt und Verantwortung um unser Haus. Und der Mietzins ist bis heute bezahlbar geblieben. lch stimme JA für bezahlbare Wohnungen, denn sie sind eine wichtige Grundlage für ein gutes Leben.»

Vincenzo Cangemi, Architekt, Gemeinderat SP

«Die Initiative sichert faire Mieten durch Kostenmiete, ohne private Eigentümer zu belasten. Darum lege ich ein Ja zur Initiative und ein Nein zum wirkungslosen Gegenvorschlag in die Urne.»

Regula Ott, Netzwerk Chur mitgestalten

«Chur braucht ein kraftvolles Ja für gemeinnütziges und bezahlbares Wohnen. Ohne wenn und aber. Ja zur Initiative!»

Anita Mazzetta, Grossrätin GRÜNE

«Die Stadt Chur hat die Mittel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – in stadteigenen Liegenschaften und über Baurechte. Was jetzt fehlt, ist ein klarer Auftrag. Deshalb: JA zur Initiative für bezahlbare Wohnungen.»

Danke, dass du dein Umfeld auf unsere Initiative aufmerksam machst!